Besonders Pflegebedürftige müssen vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden. Vorerkrankungen, ein hohes Alter oder auch ein geschwächtes Immunsystem sind Risikofaktoren, die tendenziell einen schwereren Krankheitsverlauf begünstigen. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, gelten vorübergehend veränderte Rahmenbedingungen in der ambulanten und stationären Pflege.

Das neue Krankenhauszukunftsgesetz

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) bringt gesetzliche Änderungen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige mit sich. Es wurde am 18.09.2020 vom Bundestag beschlossen und bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Es ist im Oktober 2020 in Kraft treten.

Pflegegrad-Begutachtungen vom MDK und MEDICPROOF in Corona-Zeiten

In einer aktuellen Pressemitteilung wurde bekannt gegeben, dass die Begutachtungen für einen Pflegegrad durch (MDK) und MEDICPROOF wieder vor Ort im Wohnumfeld des Pflegebedürftigen stattfinden. Die Hausbesuche werden unter strenger Einhaltung des Hygienekonzeptes durchgeführt und ständiger Testung der Gutachter durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen, wenn beispielsweise ein besonders hohes Risiko einer Ansteckung besteht, kann ein Pflegebegutachtung anhand von vorliegenden Unterlagen und als strukturiertes Telefoninterview erfolgen (s. Quelle 14, Stand: 30. März 2021).
Verpflichtende Beratungsbesuche nach § 37.3 und Corona
Seit dem 1. Oktober finden Beratungsbesuche nach § 37.3 SGB XI wieder statt – allerdings besteht auf Anfrage auch die Möglichkeit, diese telefonisch oder ggf. online durchzuführen. Diese Regelung gilt vorerst bis 30.06.2021. Dies wurde Anfang Januar 2021 gesetzlich mit dem Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz verankert (s. Quelle 15).
Sollte eine Durchführung des Beratungsbesuchs derzeit nicht möglich sein, beispielsweise weil keine Beratungskapazitäten vorhanden sind oder der Pflegebedürftige aufgrund des Infektionsgeschehens keine fremden Personen in der Häuslichkeit wünscht, wird dies nicht zum Nachteil des Pflegebedürftigen sein.
Der Beratungseinsatz nach § 37.3 darf in dem Falllaut Aussage des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen nachgeholt werden.

  • Fristen für Nachholtermine des Beratungseinsatzes nach § 37.3 SGB XI
  • Pflegegrad 2
    Frist: 30. Juni 2021
  • Pflegegrad 3
    Frist: 30. Juni: 2021
  • Pflegegrad 4
    Frist: 31. März: 2021
  • Pflegegrad 5
    Frist: 31. März:  2021

Sollte bis zu diesen Zeitpunkten kein Beratungsbesuch erfolgt sein, wird das Pflegegeld entsprechend gekürzt.


Pflegeschulungen in Corona-Zeiten

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird empfohlen, dass Pflegeschulungen nicht wie gewohnt im Zuhause des Pflegebedürftigen stattfinden. Damit pflegende Angehörige trotzdem notwendiges Pflege-Fachwissen vermittelt bekommen, finden derzeit „Schulungen aus der Ferne“ statt, z. B. per Telefon oder Video. Hierbei handelt es sich nicht um eine gesetzliche Regelung, sondern um eine individuelle Vereinbarung zwischen Leistungserbringer und Pflegekasse. Wenn Sie an einer „Schulung aus der Ferne“ interessiert sind, sprechen Sie am besten Ihre zuständige Pflegekasse an und fragen Sie nach möglichen Partnereinrichtungen oder sonstigen Alternativen.
Entlastungsbetrag und Corona

Der Entlastungsbetrag kann von Versicherten mit Pflegegrad 1 bis zum 31.03.2021 auch abweichend vom geltenden Landesrecht genutzt werden, bspw. für Nachbarschaftshilfe. Die Ansparfrist für den Entlastungsbetrag aus dem Jahr 2019 wird für alle Pflegegrade bis zum 31.03.2021 verlängert. Das Ansparen ist möglich, wenn der Entlastungsbetrag in einem Monat nicht bzw. nicht vollständig genutzt wurde. Gesetzliche Grundlage hierfür ist das Krankenhauszukunftsgesetz (s. Quelle 6). Die Fristverlängerung haben die Krankenkassen um den Jahreswechsel 2020/2021 kurzfristig vom Gesetzgeber erhalten.
Höhere Pauschale für Pflegehilfsmittel
Um die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch weiterhin sicherstellen zu können, wurde die Pflegehilfsmittelpauschale von 40 Euro auf 60 Euro monatlich angehoben. Mit dem Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) wurde die Frist bis vorerst Ende Dezember 2021 (s. Quelle 12).

Hintergrund der erhöhten Pflegehilfsmittelpauschale

Hintergrund für die erhöhte Pauschale für die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind zum einen die stark angestiegenen Produkt- und Rohstoffkosten bspw. bei Mundschutz, Handschuhen und Desinfektionsmitteln. Zum anderen aber auch die allgemeine Rohstoffknappheit, da einige Produkte zeitweise nicht mehr verfügbar waren. Unter diesen Umständen war eine Versorgung der Pflegebedürftigen im Rahmen der monatlichen Pauschale in Höhe von 40 Euro kaum bzw. gar nicht mehr möglich. Aus diesem Grund wurde der Pauschalbetrag von 40 Euro auf 60 Euro vom Gesetzgeber angehoben.

Erkrankte pflegende Angehörige: Verhinderungspflege im Coronafall

Wenn pflegende Angehörige z. B. am Coronavirus erkranken, können sie einen Antrag auf Verhinderungspflege stellen. Anspruch besteht, wenn sie die Person mindestens 6 Monate in häuslicher Umgebung gepflegt haben und die Person Pflegegrad 2 bis 5 hat. Die Pflegeversicherung übernimmt dann die Kosten von bis zu sechs Wochen (pro Kalenderjahr) für eine Ersatzpflege.
Hinweis: Beachten Sie, dass es derzeit zu erhöhter Nachfrage kommen kann und Ihre zuständige Pflegekasse dadurch ggf. längere Zeit für die Bearbeitung Ihres Antrags benötigt.

Kurzzeitpflege in Corona-Zeiten

Können pflegende Angehörige ihren pflegebedürftigen Verwandten nicht zuhause pflegen, kann er in stationärer Kurzzeitpflege untergebracht werden. Vor der Corona-Pandemie zahlte die Pflegekasse bis zu 1612 Euro im Kalenderjahr für max. acht Wochen. Wegen höherer Vergütungssätze von stationären Reha- und Vorsorgeeinrichtungen erhielten Pflegebedürftige bis zum 30. September 2020 einen höheren Leistungsanspruch von der Pflegeversicherung. Seit Oktober 2020 gelten wieder die alten Regelungen zur Kurzzeitpflege.
Verfügen Einrichtungen über freie Kapazitäten, können Kurzzeitpflegeplätze auch zur Überbrückung von sog. quarantänebedingten Versorgungsengpässen beansprucht werden. Das ist bspw. dann der Fall, wenn pflegebedürftige Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Quarantänepflicht nicht in die stationäre Pflegeeinrichtung zurückkehren können (s. Quelle 2, Stand: Mai 2020, zuletzt abgerufen: Oktober 2020).

Ambulante Pflegedienste und Corona

Sind pflegebedürftige Personen auf die Versorgung durch einen Pflegedienst angewiesen, sollten sie diesen auch weiterhin in die Häuslichkeit lassen. Die Ansteckungsgefahr kann durch den Kontakt zu einem Pflegedienst, der auch Kontakt zu anderen Haushalten hat, zwar erhöht werden. Allerdings gelten auch im derzeitigen Corona-Alltag für ambulante Pflegedienste strengere Hygienemaßnahmen.
Pflegebedürftige oder pflegende Angehörige sollten trotzdem darauf achten, dass die jeweilige Pflege- oder Betreuungskraft die Hygienestandards einhält. Fordern Sie sie im Zweifel auf, Mundschutz und Handschuhe zu nutzen. Tritt dies trotzdem nicht ein, wenden Sie sich an die Pflegedienstleitung.
Bis zum 15. Januar 2021 finden keine Regel- und Wiederholungsprüfungen in den ambulanten Pflegediensten statt. Anlassprüfungen aufgrund von Beschwerden sind jederzeit möglich (s. Quelle 1, Stand: 01. Dezember 2020)

Sollte die Versorgung in der Häuslichkeit durch den Pflegedienst nicht mehr stattfinden können, haben Pflegebedürftige die Möglichkeit, eine Kostenerstattung in Höhe der ambulanten Sachleistungsbeträge bei ihrer Pflegekasse zu erhalten. Die Kassen entscheiden nach eigenem Ermessung, ob der Betrag gewährt wird (s. Quelle 16, Stand: März 2020)
Hygienemaßnahmen: Corona-Wissen für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige
Das Robert Koch Institut (RKI) kommt zu der Bewertung, dass bei der Übertragung des Coronavirus sowohl Tröpfcheninfektionen als auch Übertragungen durch die Luft eine wichtige Rolle spielen. Ob auch Oberflächen und Gegenstände bei der Ansteckung eine Rolle spielen, ist noch nicht abschließend erforscht.

Die Übertragungswege kurz im Überblick

Tröpfchenübertragung: Gemeint ist die Übertragung durch Tröpfchen, die beim Husten und Niesen entstehen und vom Gegenüber über die Schleimhäute (z. B. Mund und Nase) aufgenommen werden. Ausgestoßene Tröpfchen fallen durch ihr Gewicht relativ schnell zu Boden.

Übertragung durch die Luft: Übertragungen über die Luft finden durch sog. Aerosole statt. Das sind feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel, die bereits beim Atmen und Sprechen ausgestoßen werden. Diese sind so leicht, dass sie nicht nicht sofort zu Boden fallen. Sie können über einen längeren Zeitraum in der Luft schweben.
Übertragung durch Oberflächen und Gegenstände: Das Robert Koch Institut (RKI) schließt sog. Schmierinfektionen über kontaminierte Oberflächen, insbesondere in der Umgebung von infizierten Personen, nicht aus.
Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sollten umfassende Hygienemaßnahmen im (Pflege-)Alltag eingehalten werden (s. Quelle 3, Stand: 03. Dezember 2020). Diese haben wir für Sie in der nachfolgenden Listezusammengestellt:
Abstand halten: Halten Sie nach Möglichkeit 1,50 bis 2 Meter Abstand zu Personen, mit denen Sie nicht in einem Haushalt leben. Ob als pflegender Angehöriger, Pflegedienst- oder Pflegeheimmitarbeiter: In der Pflege lässt sich der direkte Körperkontakt nicht vermeiden. Beachten Sie hierbei weitere Schutzmaßnahmen. Tragen Sie Einmalhandschuhe, eine Maske und waschen bzw. desinfizieren Sie sich Ihre Hände, vor und nach dem Kontakt mit der pflegebedürftigen Person.

Lüften: Eine möglichst hohe Frischluftzufuhr ist laut Umweltbundesamt eine der wirksamsten Methoden, um virushaltige Aerosole aus Innenräumen zu entfernen. Die Luft wird i. d. R. binnen weniger Minuten ausgetauscht, wenn zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig geöffnet werden. Bei Anwesenheit vieler Personen im Raum
(z.B. Familienbesuch) empfiehlt es sich, während der Besuchsdauer zu lüften. (s. Quelle 10)
Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen: Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände. Es wird empfohlen, sich mindestens 20 bis 30 Sekunden die Hände mit Wasser und Seife zu waschen (s. Quelle 4). Gerade nach dem Einkaufen oder Kontakt zu anderen sollten Sie daran denken.
Hust- und Niesetiquette: Husten oder niesen Sie in die Ellenbeuge und vermeiden Sie, sich in das Gesicht zu fassen. Putzen Sie sich die Nase mit einem Papiertaschentuch, das Sie nach Gebrauch im Mülleimer entsorgen. Waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
Maske tragen: Um die Ansteckung anderer durch eine Tröpfcheninfektion zu verhindern, gilt derzeit in vielen Bereichen (u. a. Krankenhäuser und Supermärkte) eine Maskenpflicht. Die aktuellen Corona-Regelungen der Bundesländer lesen Sie auf der Seite der Bundesregierung nach.
Corona-App verwenden: Die Corona-Warn-App informiert ihre Nutzer über infizierte Kontakte. Dies geschieht über einen pseudonymisierten Datenaustausch via Bluetooth. Je mehr Menschen die App verwenden, desto wirksamer ist sie.

So reinigen und desinfizieren Sie Ihre Stoffmaske

Wiederverwendbare Stoffmasken sollten gewechselt und nach Gebrauch gereinigt werden. Beachten Sie dabei folgende Hinweise:
Waschen Sie die Stoffmaske in der Waschmaschine mit Vollwaschmittel bei mindestens 60 Grad Celsius, noch besser als Kochwäsche bei 95 Grad Celsius.
Alternativ können Sie die Maske in siedendem Wasser auf dem Herd für 15 Minuten auskochen und anschließend trocknen.
Nachdem die Stoffmaske vollständig getrocknet ist, können Sie sie bügeln. Heißes Bügeln tötet zusätzlich hitzeempfindliche Viren ab. Achten Sie darauf, auch in den Falten zu bügeln.
Hinweis: Medizinische Atemschutzmasken (FFP-Masken) oder Mund-Nasen-Schutzmasken sind Einwegprodukte und sollten nach dem Gebrauch entsorgt werden!
Corona-Pandemie: Die Situation in Pflegeheimen
Besuche im Pflegeheim in Corona-Zeiten
Damit Pflegeheimbewohner während der Pandemie auch weiterhin am sozialen Leben teilnehmen und Besuche empfangen können, wurde vom Pflegebevollmächtigten der Bundesrepublik ein Besuchskonzept für Pflegeheime vorgelegt (s. Quelle 9). Es soll Pflegeeinrichtungen, Bewohnern und Besuchern eine Orientierung geben, wie Besuche möglichst sicher und dem Infektionsschutz entsprechend durchzuführen sind. Da die Gegebenheiten in den Pflegeheimen höchst unterschiedlich sind, hat das Konzept jedoch nur einen Empfehlungscharakter:
Vor dem Besuch: Voraussetzung für den Besuch ist, dass die Besucher absolut symptomfrei sind. Nach Möglichkeit sollen Besucher sich mit (Schnell-)Tests auf das Coronavirus testen lassen, vor allem, wenn folgende Situationen geplant werden:

  • beim Anreichen von Speisen
  • bei der Körperpflege
  • bei der Betreuung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen
  • in Situationen, in denen physische Zuwendung das Wohlbefinden oder den Zustand insgesamt verbessert
  • in palliativen Situationen

Besucher sollten sich vor ihrem Besuch im Pflegeheim anmelden und bestenfalls registrieren lassen, sodass eine Kontaktverfolgung im Infektionsfall zügig umgesetzt werden kann.
Während des Besuchs: Besucherräume sollten möglichst genügend Platz bieten, um den Mindestabstand möglich zu machen. Prinzipiell sollten alle Beteiligte (Bewohner, Pfleger, Besucher) die AHA+L+A Regeln beachten:
Abstand halten: Halten Sie mindestens 1,50 Meter Distanz zueinander.
Hygienemaßnahmen umsetzen: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und desinfizieren Sie Oberflächen.
Atemschutzmasken verwenden: Tragen Sie stets einen Mund-Nasen-Schutz, der korrekt Mund und Nase verdeckt.
Lüften: Ermöglichen Sie während der Besuche einen Luftaustausch in der Räumlichkeit.
App verwenden: Verwenden Sie generell die Corona-Warn-App, um unmittelbar informiert zu werden, wenn Sie Kontakt zu infizierten Personen hatten.
Ausnahmen sollen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen gelten: Bei ihnen sollen Besucher unter Einhaltung der Abstandregel kurzzeitig die Maske abnehmen können, damit der Bewohner die Person erkennt. Dieses Vorgehen sollte mit der Pflegeheimleitung abgesprochen werden.
Angehörige sollten Folgendes beherzigen: Wenn Pflegeheim-Bewohner außer Haus gebracht werden, bietet sich ein gemeinsamer Spaziergang an der frischen Luft definitiv besser an als eine Geburtstagsfeier mit mehreren Gästen in geschlossenen Räumen.
Nach dem Besuch: Oberflächen wie Stühle, Tische und Türklinken sollten nach dem Besuch im Pflegeheim mit einem Flächendesinfektionsmittel gereinigt werden. Das Pflegepersonal sollte die Räumlichkeiten zudem durch das Öffnen der Fenster gut durchlüften. Wenn Besucher innerhalb von zwei Wochen nach dem Besuch Erkältungssymptome bekommen, sollten sie sich unverzüglich beim Pflegeheim melden. Dies gilt selbstverständlich auch, wenn sie positiv auf das Coronavirus getestet werden.

Corona-Infektionsfall in Pflegeheimen

Sollte es trotz aller Präventionsmaßnahmen dazu kommen, dass sich eine Pflegekraft oder ein Pflegeheimbewohner mit dem Coronavirus infiziert, sind Maßnahmen wie die Quarantäne eines Einzelnen oder die Quarantäne der gesamten Pflegeeinrichtung möglich. Grundsätzlich legt das zuständige Gesundheitsamt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest, in Hinsicht auf Quarantäne- und Hygienemaßnahmen sowie auf die Dauer der Maßnahmen.
Wenn Pflegekräfte erkranken, bleiben sie – je nach Krankheitsverlauf – in häuslicher Quarantäne oder in ärztlicher Behandlung. Aktuell sollen auch Pflegekräfte aus weniger betroffenen Einrichtungen aushelfen. Bislang geltende Personalschlüssel sollen für gewisse Zeit ausgesetzt werden, sodass etwaige Sanktionen aktuell nicht greifen (s. Quelle 5).
Risikogruppen: Anspruch auf Schutzmasken
Alle Personen erhalten Anspruch auf Schutzmasken, wenn sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen. Dies ist im 3. Bevölkerungsschutzgesetz verankert, das am 19.November 2020 in Kraft getreten ist. Die Details sind in einer Schutzmasken-Verordnung geregelt (s. Quelle 11):
Gesetzlich Versicherte sowie nicht Versicherte, die zu einer Risikogruppe gehören, haben Anspruch auf 15 partikelfiltrierende Halbmasken (FFP2-Masken).
Die Masken werden in Apotheken ausgegeben.
Anspruchsberechtigten erhielten die ersten drei Masken in einem vereinfachten Verfahren: Sie mussten entweder ihren Personalausweis vorzeigen oder den Anspruch nachvollziehbar darlegen.
Seit Januar 2021 müssen Versicherte für die Abgabe der weiteren 12 Masken eine Bescheinigung ihrer Krankenkasse oder ihres privaten Krankenversicherungsunternehmens vorlegen.
Wichtiger HinweisFFP2-Masken gehören nicht zu den anerkannten Pflegehilfsmitteln zum VerbrauchFFP2-Masken zählen nicht zu den anerkannten Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, die im sog. Hilfsmittelverzeichnis und -katalog gelistet sind. Aus diesem Grund sind die Kosten für FFP2-Masken auch nicht über die Pflegehilfsmittelpauschale bei den Pflegekassen abrechnungsfähig. Der klassische Mundschutz hingegen gehört zu den anerkannten Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch und kann somit über die Pflegehilfsmittelpauschale abgerechnet werden.

Die Corona-Impfung

Seit dem 27. Dezember 2020 werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Zwar gibt es derzeit nur eine Handvoll wirksamer Impfstoffe, zum Beispiel von den Herstellern Biontech, Moderna und AstraZeneca. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass nach und nach immer mehr Impfstoffe zur Verfügung stehen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings noch nicht genügend Impfstoff für alle vorhanden, sodass eine Priorisierung erfolgt. Die Reihenfolge der Impfungen wurde in einer Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) festgelegt und beruht auf einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (siehe Quelle 17). Über die Terminvergabe zur Impfung in Ihrem Bundesland informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf einer Informationsseite.
Informieren Sie sich für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen

In Corona-Zeiten sind alle Pflegepersonen wohl mehr eingespannt denn je. Insbesondere dem professionellen Pflegepersonal in stationären Pflegeeinrichtungen mangelt es an Zeit für ausführliche Gespräche. Doch gerade ein offenes Ohr wird in diesen besonderen Zeiten von vielen älteren Menschen dringend benötigt. Mangelnde Aufklärung über die neuen Impfstoffe löst dabei oft Unsicherheit und Bedenken aus.

Informieren Sie sich also auch als Angehöriger über die Corona-Impfung und versuchen Sie Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen mögliche Ängste davor zu nehmen.
Hier ein paar Tipps, wie Sie Ihren Angehörigen unterstützen können:
Lesen Sie sich selbst über die Corona-Impfung schlau. Zuverlässige Informationen hierzu finden Sie dem Begleitschreiben des Einwilligungsbogens zur Corona-Impfung.
Klären Sie Ihren Angehörigen auch über mögliche Nebenwirkungen auf. In den meisten Fällen wird bislang über Druckschmerzen an der Infektionsstelle, leichte Abgeschlagenheit oder milde Kopf- und Muskelschmerzen berichtet (s. Quelle 18, Stand: Dezember 2020).
Bestärken Sie Ihren Angehörigen, anstatt ihn unter Druck zu setzen. Versuchen Sie Ihren Angehörigen mit wertschätzenden Worten zu erreichen und vermitteln Sie ihm nicht das Gefühl von Bevormundung, etwa durch Forderungen oder Gewissensbisse.
Und bei all dem gilt: Lesen Sie zuletzt immer zwischen den Zeilen: Hat Ihr Angehöriger zu große Angst oder überwiegen seine Zweifel gegenüber der Corona-Impfung, sollten Sie das akzeptieren. Drängen Sie ihn zu keiner Entscheidung und machen Sie ihm keine Vorwürfe, wenn er sich gegen die Impfung entscheidet.

Quelle: http://pflege.de